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Mentor

Der/die MentorIn ist eine Person (üblicherweise in einem Betrieb), die im Arbeitsumfeld tätig ist und dem/der Lernenden zeitlich begrenzt hilft, vorhandenes Wissen und Fähigkeiten durch vertrauliche Vieraugengespräche und andere Lernaktivitäten zu entwickeln und in einen Zusammenhang zu setzen. MentorInnen verfügen normalerweise über Erfahrung und Kompetenz im Arbeitsbereich der Lernenden und arbeiten gewöhnlich im selben Umfeld, obwohl bei einigen Fachprogrammen auch MentorInnen aus anderen Organisationen zugezogen werden. Je nach Bedarf helfen MentorInnen den Lernenden auch dabei, sich allgemeine soziale und für die Beschäftigungsfähigkeit relevante Fähigkeiten anzueignen..

Tutor

Der/die TutorIn ist ein/e LehrerIn oder TrainerIn (für gewöhnlich nicht aus der unmittelbaren Arbeitsumgebung der Lernenden stammend) und hilft Einzelpersonen oder kleinen Gruppen dabei, allgemein arbeitsrelevantes Wissen und entsprechende Fähigkeiten zu erwerben. Der Zweck von Tutoring liegt darin, Menschen dazu anzuleiten, ihr Wissen und ihre Fähigkeiten als selbständig Lernende am Arbeitsplatz zu erweitern und, falls erforderlich, ihre Beschäftigungsfähigkeit und einen etwaigen Arbeitseinstieg zu fördern. TutorInnen kommen nicht notwendigerweise aus demselben beruflichen Umfeld wie die Lernenden.

Mentoring

Die Bezeichnung ‘Mentor’ stammt aus der griechischen Mythologie, wo Mentor der Name des Freundes des Helden Odysseus ist, dem dieser vor seiner Abfahrt seinen Sohn anvertraut. Mentors Aufgabe ist es, sich während seiner Abwesenheit um seinen Sohn zu kümmern. MentorInnen müssen bereit sein, ihr Wissen und ihre Erfahrung zu teilen, wobei die Entwicklung der Lernenden ohne allzu strikte Vorgaben gefördert werden soll. Je nach dem Kontext und den Bedürfnissen des Lernenden beschränken sie sich entweder in der Hauptsache auf dessen berufliche Entwicklung, oder sie agieren als Rollenmodell und wohlmeinende Kritiker, die die Eingliederung des Lernenden in die Arbeitsumgebung unterstützen und lenken. Der/die MentorIn ist oft eine Art “Resonanzboden” mit der Aufgabe, dem Lernenden dabei zu helfen, Epidsoden aus dem Arbeitsleben zu reflektieren und Lehren daraus zu ziehen. Er/sie agiert möglicherweise auch als Ausbildner bzw. Coach am Arbeitsplatz, wobei Mentoring sich im allgemeinen allerdings mehr auf unterstützendes Begleiten als auf das konkrete Ausbilden konzentrieren sollte. Obwohl die Rolle der MentorInnen sich auf die Arbeit bezieht, können sie doch in andere Lebensaspekte der Lernenden hineingezogen werden – insbesondere in Bereiche, die deren Leistung am Arbeitsplatz beeinflussen. Der/die MentorIn sollte darauf konstruktiv reagieren, muss aber auch sicherstellen, dass die Mentoringbeziehung nicht dadurch beherrscht wird. MentorInnen sind weder Therapeuten noch Sozialarbeiter. Sie müssen sich abgrenzen können und die Lernenden bei Bedarf an geeignete Ansprechpartner weiterverweisen. Wenn der/die MentorIn dem Lernenden nicht unmittelbar vorgesetzt ist, muss er/sie ein gutes Verhältnis zum unmittelbaren Vorgesetzten herstellen, um gemeinsam festzulegen zu können, wie die Betreuungsaufgaben verteilt sind. Oft ziehen die Lernenden MentorInnen vor, die nicht zugleich ihre Vorgesetzten sind. In manchen Bereichen allerdings, vor allem in höherqualifizierten Berufen, sind Vorgesetzte möglicherweise die beste Wahl.

Tutoring

Die Bezeichnung ‘TutorIn’ wird oft allgemein für Lehrer, Vortragende und Trainer verwendet, die Lernende im Rahmen eines (Weiter)Bildungsprogrammes begleiten. In diesem Zusammenhang bezieht sich der Ausdruck auf Lehrbeauftragte, die nicht Teil der unmittelbaren Arbeitsumgebung der Lernenden sind und ihre Entwicklung unterstützen bzw. ihre Fortschritte überwachen. Die Rolle des/der TutorIn bezieht sich in der Regel eher auf das Lernprogramm als auf spezielle Anwendungen im Arbeitskontext der Lernenden oder auf ihre Einführung in die Arbeitsweise der Organisation. Wenn Lernende noch nicht in der Arbeitswelt verankert sind, wird der/die TutorIn auch in die Entwicklung ihrer Beschäftigungsfähigkeit und ihren Berufseinstieg involviert sein. In manchen Situationen (wie zum Beispiel bei Praktika und in der Lehrlingsausbildung) kann der/die TutorIn auch die Aufsicht über das Wohlbefinden der Lernenden haben. Obwohl die Rolle des/der TutorIn hauptsächlich auf die berufliche Entwicklung bezogen ist, werden sie manchmal in andere Lebensbereiche der Lernenden hineingezogen – vor allem dann, wenn diese das Lernen beeinflussen oder eine erzieherische Verantwortung besteht, z.B. für Lernende unter 18 Jahren. Der/die TutorIn muss darauf konstruktiv reagieren, soll sich aber auch abgrenzen und die Lernenden bei Bedarf an geeignete Ansprechpartner weiterverweisen.